Bromelain ist ein Enzym der Ananas, das bereits 1957 entdeckt wurde. Seine Eiweiß spaltende Wirkung wird in Form von Bromelain Kapseln gerne bei Diäten genutzt.
Diät – das ungeliebte Wort für einen noch ungeliebteren Vorgang.Eine Unzahl von Menschen hat mindestens schon eine Abmagerungskur im Leben mit mehr oder weniger Erfolg hinter sich gebracht. Die Schlankheitsindustrie hat das „Wunderenzym“ Bromelain für sich entdeckt und vermarktet dieses in Form von Bromelain Kapseln für stressfreies Abnehmen. Ganz so einfach, wie es klingt, ist es aber nicht. Es gibt zwei Bromelaine, das Stamm- und das Fruchtbromelain. Beide gehören zur Gruppe der Cysteinproteasen und stammen, wie auch das Ananain, von der Ananaspflanze. Das Enzym spaltet die Eiweiße, weshalb es auch von der Lebensmittelindustrie gerne als Fleischzartmacher oder Fruchtsaftklärer oder von der Leder verarbeitenden Industrie zur Lederaufbereitung verwendet wird.
Beim Menschen wird laut Werbung durch die Einnahme von Bromelain Kapseln die Fettverwertung im Körper reduziert bis gänzlich verhindert, angeblich mit dem Ergebnis, dass so viel und fettreich als auch nur möglich ohne Gewichtszunahme gegessen werden kann. Eine Aussage, die so nicht wahr ist. Bromelain ist unbestritten ein Fatburner, ähnlich wie die Papaya oder Kiwi, ein Wundermittel ist aber auch das Bromelain nicht. Wer sein Gewicht dezimieren möchte, dem bleibt auch im 21. Jahrhundert nur der Weg Bewegung und Kalorienreduzierung. Aber Bromelain wird nicht nur von der Industrie genutzt. Das Enzym wird aufgrund seiner Blut verdünnenden und entzündungshemmenden Wirkung auch in der Medizin eingesetzt, gerade bei chronischen oder auch akuten Entzündungen soll es den Betroffenen Erleichterung verschaffen. Ein wissenschaftlicher Nachweis über den therapeutischen Erfolg bei Gelenksentzündungen steht allerdings noch aus. Der positive Effekt als Verdauungshilfe ist allerdings unumstritten, sodass Bromelain gerne als natürliches Hilfsmittel empfohlen wird. Da die Cysteinproteasen, also auch Bromelain, an vielen Krankheitsverläufen beteiligt sind, wird an deren Verwendung in Medikamenten gegen Krebs, Infektionen wie die Schlafkrankheit oder Malaria, Arthritis, Osteoporose oder Alzheimer geforscht.